13.12.2017

So funktioniert Gedächtnistraining

Viele Menschen haben Schwierigkeiten, sich etwas zu merken.

Ihr Gedächtnis funktioniert nicht so, dass sie sich Namen, Zahlen, Straßen oder sonstige Dinge des alltäglichen Bedarfs leicht behalten können. Auch Lernende oder Studierende, deren Lernfortschritt wesentlich von ihrem Gedächtnis abhängt, sind oftmals damit überfordert, sich wichtige fachliche Inhalte einzuprägen. Tatsächlich verfügt aber fast jeder von uns über ein ausreichendes Gedächtnis, um sich alle wichtigen Dinge zu merken. Um das Gedächtnis optimal zu nutzen und damit im Leben gut voranzukommen, gilt es, seine geistigen Kapazitäten auszubauen: Es ist möglich, das Gedächtnis zu trainieren und zu verbessern!


Nutzen Sie Ihr Gedächtnis proaktiv

Digitale und elektronische Hilfsmittel bringen Menschen in Abhängigkeit und Bequemlichkeit, die Denkfähigkeit nimmt ab. In der Hirnforschung gilt schon lange der Grundsatz „use it or loose it“ d.h. bei minimalem Einsatz bilden sich unsere Fähigkeiten auch zurück! Deshalb hier mein Tipp für Sie: Schalten Sie solche Hilfsmittel öfter einmal aus und trainieren Sie Ihren Geist. Nicht nur Ihr Gedächtnis, auch Ihre Vorstellungskraft und Wahrnehmung werden dadurch geschult. Unser persönliches, natürliches Gedächtnis kann und sollte regelmäßig erweitert und trainiert – eben proaktiv genutzt werden. Erst dadurch wird es für uns wirklich nützlich.

Die Funktionsweise des Gedächtnisses folgt psychologischen Gesetzen. Mit den folgenden Methoden können Sie lernen, wie diese funktionieren und wie Sie damit selbst große Gedächtnisleistungen vollbringen können:


Das Bild – der Erinnerungsschlüssel

Jede Erinnerung ist an ein inneres Bild geknüpft, das in unserem Unterbewusstsein gespeichert wird. Das können wir uns zunutze machen, indem wir die Dinge, die wir lernen möchten, mit Bildern verknüpfen. Selbst »trockene« Inhalte werden damit lernbar und merkbar. Besonders hilfreich ist dies, wenn wir uns eine Vielzahl von Einzelheiten merken wollen. Ein Bild – entweder zusammengesetzt aus vielen Einheiten oder bestehend aus einer einzigen Einheit – wird so für uns zum Erinnerungsschlüssel.

So kreieren Sie diesen Erinnerungsschlüssel:

  1. Schaffen Sie ein ungestörtes Arbeitsumfeld.
  2. Schenken Sie dem Objekt Ihres Studiums ungeteilte Aufmerksamkeit. 
  3. Gebrauchen Sie all Ihre Sinne: Haut, Auge, Ohr, Nase und Mund. 
  4. Empfinden Sie Sinn für den Gegenstand oder die Sache. So erfassen Sie eine Vielzahl an Eigenheiten und steigern die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diesen Gegenstand oder diese Sache in Ihrem Langzeitgedächtnis speichern. 
  5. Teilen Sie Ihr Objekt in Gedanken in seine verschiedenen Bestandteile auf. 
  6. Versuchen Sie die Bedeutung und den Sinn dessen, was Sie behalten wollen, zu verstehen. 
  7. Geben Sie sich und Ihren Gedanken in diesem Prozess eine gewisse Zeit. 
  8. Entfernen Sie sich von reinem Auswendiglernen oder gedankenlosem Wiederholen, denn das ist die schwächste Methode, um sich etwas einzuprägen.

Indem Sie einen Lerninhalt mit zusätzlichen Eindrücken und Bildern verknüpfen, geben Sie Ihrem Gehirn Möglichkeiten an die Hand, über verschiedene »Filter« an den gewünschten Inhalt zu kommen. Je sinnhafter die Verknüpfung, desto leichter fällt das »Wiederfinden«. Am einfachsten rufen Sie sich Vergangenes ins Gedächtnis zurück, indem Sie die seelische Verfassung rekonstruieren, in der Sie den ersten Eindruck empfangen haben. Erwiesenermaßen bleiben Inhalte, die mit positiven Gefühlen empfangen wurden, im Gedächtnis besser verhaftet.

Was Ihnen außerdem helfen kann:

  • Führen Sie Tagebuch. Das wird dazu beitragen, strukturierter und klarer zu denken. Aktives Reflektieren hilft Ihrem natürlichen Gedächtnis, Assoziationen herzustellen und sich Erlebtes besser einzuprägen. Wenn die Reflexion rückwärts geschieht, ist dies ein zusätzliches Training für das Erinnerungsvermögen. 
  • Legen Sie sich Lernkarteien an. Dieses System ist ein einfaches und wirksames Hilfsmittel zum systematischen Wiederholen und Lernen von Inhalten. Überlegen Sie sich Fragen und notieren Sie diese auf der Vorderseite einer Karte. Auf die Rückseite schreiben Sie die passenden Antworten. Fertigen Sie den Inhalt selbst an – und arbeiten Sie sich dann durch die verschiedenen Karten Ihrer Lernkartei.

Es gibt viele weitere wirksame Methoden, mit denen Sie Ihr Gedächtnis trainieren können. Das hilft Ihnen nicht nur im täglichen Sein, auch in Ihrem Job werden Sie eine deutliche Leistungssteigerung verspüren. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist mein Buch »Lead Your Life Now«. Ich bin gespannt, wie Sie das Trainieren Ihres Gedächtnisses erleben konnten – und freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit mir teilen.


Ihr
Thomas Reichart

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